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Politics

US-Wähler sorgen sich vor Midterms um Lebenshaltungskosten

Zwei Wochen vor den Kongresswahlen am 3. November dominieren wirtschaftliche Unsicherheit und hohe Preise die Stimmung in den USA. Umfragen zeigen: Viele Amerikaner machen Präsident Trump für die Teuerung verantwortlich und fühlen sich von seiner Politik enttäuscht.

US-Wähler sorgen sich vor Midterms um Lebenshaltungskosten
Sorgen der Amerikaner: „Fühle mich betrogen“ - So geht es den USA vor den Midterms

Zwei Wochen vor den Kongresswahlen am 3. November sind die wirtschaftlichen Sorgen der Amerikaner das beherrschende Thema. Die Midterms gelten als Referendum über die Politik von Präsident Donald Trump, mit der viele seiner Landsleute unzufrieden sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Wähler die hohen Lebenshaltungskosten und die wirtschaftliche Unsicherheit bewerten – und ob sie daraus Konsequenzen für ihre Stimmabgabe ziehen.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Pew Research Center, die im Juli und August durchgeführt wurde, spüren viele Amerikaner die finanziellen Belastungen unmittelbar. Mehr als die Hälfte der Befragten verfügt nicht über ausreichende Rücklagen, um drei Monate ohne Einkommen auszukommen. Gut jeder Vierte kann seine monatlichen Rechnungen nicht vollständig bezahlen. Ob Miete, Lebensmittel, Transport oder Gesundheitsversorgung – ein erheblicher Teil der Befragten hat Schwierigkeiten, grundlegende Ausgaben zu finanzieren. Hinzu kommen Sorgen um die Altersvorsorge und Schulden.

Viele Bürger machen Trump selbst für die hohen Lebenshaltungskosten verantwortlich. Das zeigt eine Ende September durchgeführte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungszentrums AP-NORC, einer Kooperation der US-Nachrichtenagentur AP mit dem Forschungsinstitut NORC. Demnach sehen 65 Prozent die Ursachen für die ungewöhnlich hohen Preise eher in Trumps Politik als in Faktoren außerhalb seiner Kontrolle.

Besonders im Fokus stehen die gestiegenen Spritpreise. In der Autofahrernation USA macht sich das schnell bemerkbar: Rund drei Viertel der Erwachsenen gaben bei einer aktuellen Umfrage des Pew Research Center zwischen Ende September und Anfang Oktober an, über die Energie- und Benzinpreise «sehr besorgt» zu sein. Zahlen wie diese setzen Trump und seine Republikaner vor den Zwischenwahlen unter Druck.

Der US-Präsident trat an, um Kriege zu beenden – und profitierte bei seinem Wahlsieg 2024 nicht zuletzt von der Unzufriedenheit seiner Landsleute mit der wirtschaftlichen Lage. Doch Ende Februar startete Trump gemeinsam mit Israel einen Krieg gegen den Iran, der die Spritpreise in die Höhe trieb. Fast acht Monate später ist der Konflikt noch immer nicht beigelegt. Ein Landwirt aus dem US-Bundesstaat Iowa hat laut der «New York Times» den Eindruck, dass Trump viele Versprechen gebrochen hat. «Er hat einfach eine Kehrtwende gemacht und genau das Gegenteil von dem getan, wofür ich ihn gewählt habe, und das frustriert mich. Ich fühle mich betrogen», sagte Caleb Renner in einem Podcast der US-Zeitung. Als Landwirt, der für den Betrieb seiner Maschinen auf Diesel angewiesen ist, spürt er die Auswirkungen der gestiegenen Spritpreise unmittelbar.

Im September überschritt der landesweite Durchschnittspreis für Diesel erstmals die Marke von sechs US-Dollar pro Gallone (3,785 Liter). Nach Angaben des Automobilverbands AAA kostete Diesel am Montag im bundesweiten Durchschnitt 6,3187 Dollar pro Gallone, für Benzin mussten US-Amerikaner im Schnitt 4,2953 Dollar bezahlen. Im Vergleich: Vor einem Jahr kostete Diesel noch 3,6308 Dollar pro Gallone und Benzin 3,0362 Dollar. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Inflation aus. Die Verbraucherpreise legten im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent zu und näherten sich damit dem höchsten Stand seit über drei Jahren. Im Mai hatte die Teuerungsrate infolge des Iran-Kriegs 4,2 Prozent erreicht. Die USA entfernen sich damit weiter vom Ziel der US-Notenbank Federal Reserve einer Inflation von zwei Prozent. Das verstärkt den Druck, die Leitzinsen weiter anzuheben, um die Konjunktur abzukühlen. Dennoch fordert Trump seit langem niedrigere Zinsen.

Seit Monaten hadern seine Landsleute neben den Spritpreisen auch mit höheren Ausgaben für Lebensmittel, etwa für Rindfleisch. Laut der aktuellen Umfrage des Pew Research Center waren jüngst rund drei Viertel der Erwachsenen «sehr besorgt» über die Preise für Lebensmittel und Konsumgüter. Der Präsident versuchte zwar, die Preise für Rinderhack zu beeinflussen, doch die Sorgen bleiben. Für die Wähler steht damit vor allem die Frage im Vordergrund, ob die Politik der Regierung ihre finanzielle Lage verbessert oder verschlechtert.

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Konstantin Schuster

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Science Correspondent

Konstantin Schuster covers public affairs, politics, business, culture and daily news for Hochland. The role focuses on verification, context, and clear explanations for readers.