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Religion

Erzbistum Paderborn meldet Rekord-Kirchensteuereinnahmen trotz Mitgliederschwund

Das Erzbistum Paderborn verzeichnet trotz sinkender Mitgliederzahlen einen Anstieg der Kirchensteuereinnahmen um 7 Prozent auf knapp 450 Millionen Euro. Ursache ist ein Sondereffekt aus dem Kirchensteuer-Clearing. Die Bilanzsumme überschreitet erstmals 5 Milliarden Euro.

Erzbistum Paderborn meldet Rekord-Kirchensteuereinnahmen trotz Mitgliederschwund
Erzbistum: Sondereffekt: Paderborn meldet hohe Kirchensteuereinnahmen

Das Erzbistum Paderborn hat im vergangenen Jahr trotz eines anhaltenden Mitgliederschwunds deutlich höhere Kirchensteuereinnahmen erzielt. Wie das Erzbistum bei der Vorstellung seiner Finanzzahlen für das Jahr 2025 mitteilte, stiegen die Einnahmen um 7,0 Prozent auf knapp 450 Millionen Euro. Damit setzt sich der Trend der Vorjahre fort, obwohl die Zahl der Katholiken im Erzbistum weiter zurückgeht.

Der überraschende Zuwachs ist nach Angaben von Diözesan-Ökonom Volker Mauß jedoch nicht auf eine nachhaltige Verbesserung der Einnahmesituation zurückzuführen. Er erklärte das Plus vielmehr mit einer nachträglichen hohen Steuerzahlung des Finanzamts. Ob es sich dabei um einen einmaligen Effekt handele, könne er nicht mit Sicherheit sagen. Der Sondereffekt steht im Zusammenhang mit dem sogenannten Kirchensteuer-Clearing zwischen den deutschen Bistümern.

Bei diesem Verfahren werden Finanzmittel nachträglich über mehrere Jahre hinweg ausgeglichen, wenn beispielsweise ein Katholik aus dem Bereich Paderborn in Köln arbeitet und seine Lohnsteuer dort entrichtet wird. Im vergangenen Jahr floss bei diesem Clearing eine besonders ungewöhnlich hohe Summe auf das Konto in Paderborn. Ohne diesen Sondereffekt hätten die Einnahmen deutlich niedriger gelegen.

Unter dem Strich verbuchte das Erzbistum trotz eines Rückgangs von rund 40.000 Mitgliedern einen Jahresüberschuss von 67 Millionen Euro. Im Jahr 2024 hatte dieser noch bei 83 Millionen Euro gelegen. Die Bilanzsumme des Erzbistums kletterte erstmals in seiner Geschichte auf knapp 5 Milliarden Euro. Hinzu kommt das Vermögen des Erzbischöflichen Stuhls, dessen Bilanz mit 2,7 Milliarden Euro bereits im August vorgestellt worden war.

Für das laufende Jahr erwartet Diözesan-Ökonom Mauß sinkende Kirchensteuererträge und einen weiteren Rückgang beim Jahresüberschuss. Die Entwicklung in Paderborn spiegelt die finanzielle Lage vieler katholischer Bistümer in Deutschland wider, die mit rückläufigen Mitgliederzahlen und damit einhergehenden Einnahmeverlusten zu kämpfen haben. Der aktuelle Anstieg in Paderborn dürfte daher nur eine vorübergehende Erscheinung sein.

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Julian Lindner

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Editorial Writer

Julian Lindner covers public affairs, politics, business, culture and daily news for Hochland. The role focuses on verification, context, and clear explanations for readers.