Priester in Guayaquil stirbt nach herabfallendem Kruzifix während livestreamter Messe
Der Redemptoristenpater Patricio Alfredo Sánchez Molinari ist in der Kirche Nuestra Señora del Perpetuo Socorro in Guayaquil von einem herabstürzenden Holzkreuz tödlich getroffen worden. Die Messe wurde live übertragen, die Gläubigen versuchten vergeblich zu helfen. Die Erzdiözese bestätigte den Tod; die Ursache des Unglücks ist weiterhin unklar.
Ein Priester ist während einer live im Internet übertragenen Messe in Ecuador von einem herabstürzenden Holzkruzifix tödlich getroffen worden. Wie die Erzdiözese von Guayaquil bestätigte, handelt es sich um Patricio Alfredo Sánchez Molinari, den Pfarrer der Kirche Nuestra Señora del Perpetuo Socorro im Zentrum der Hafenstadt. Der Unfall ereignete sich am Samstag, als der Geistliche am Altar stand.
Die Aufnahmen der Übertragung zeigen, wie das große Holzkreuz hinter dem Priester plötzlich nach vorn kippte und ihn am Kopf traf. Unmittelbar danach sind die Schreie der anwesenden Gläubigen zu hören, die zu ihm eilten und Rettungskräfte riefen. «Padre, Padre! Llamen a una ambulancia!», rufen mehrere Personen, bevor die Übertragung abbricht. Die genauen Umstände des Unglücks sind bislang nicht geklärt; die Kirchenleitung hat keine öffentliche Erklärung zur Ursache abgegeben.
Die Erzdiözese von Guayaquil bestätigte den Tod des Priesters wenige Stunden später in einer von Kardinalerzbischof Luis Cabrera Herrera unterzeichneten Mitteilung. Darin heißt es, der Mitbruder sei «in das Haus des Vaters gegangen, um seine Gegenwart und Herrlichkeit zu genießen». Das Erzbistum sprach der Familie, den Mitbrüdern der Kongregation und den Angehörigen sein Beileid aus und versicherte, im Gebet für die ewige Ruhe seiner Seele vereint zu sein. Weitere Einzelheiten zum Hergang nannte das Schreiben nicht.
Sánchez Molinari gehörte der Kongregation des Heiligsten Erlösers an, die als Redemptoristen bekannt ist. Die Gemeinschaft wurde 1732 von dem heiligen Alfonso María de Liguori gegründet und widmet sich der Seelsorge und der Missionsarbeit. Vor seinem Dienst in Guayaquil war der Priester mehrere Jahre als Pfarrer in der Gemeinde San Lorenzo in Vinces in der Provinz Los Ríos tätig. Die dortige Pfarrei würdigte ihn in einer Mitteilung in den sozialen Netzwerken für seinen Einsatz und seine seelsorgerische Zuwendung gegenüber den Gläubigen.
Der Tod des Geistlichen fällt in eine Zeit, in der die Kirche von Guayaquil bereits Trauer trägt. Erst im März waren zwei Priester, Alfonso Avilés und Pedro Anzoátegui, ums Leben gekommen, als sie versuchten, einen Ministranten aus dem Wasser zu retten. Die beiden Geistlichen ertranken bei dem Rettungsversuch. Die Erzdiözese hatte sie damals ebenfalls öffentlich verabschiedet.
Nach Angaben ecuadorianischer Medien hatte das Erzbistum Sánchez Molinari nur einen Tag vor dem Unglück zum Jahrestag seiner Priesterweihe gratuliert. Die Nachricht von seinem Tod löste in mehreren Gemeinden des Landes Anteilnahme aus. In den sozialen Netzwerken teilten Gläubige und Wegbegleiter Erinnerungen an seine pastorale Arbeit und betonten seine Verbundenheit mit den Menschen in den Gemeinden, in denen er wirkte.
Die Kirche Nuestra Señora del Perpetuo Socorro liegt im Zentrum von Guayaquil und gehört zur Vikarie Centro der Erzdiözese. Dass die Messe per Livestream übertragen wurde, ist in vielen katholischen Gemeinden Ecuadors inzwischen üblich und ermöglichte es, den Unfall in Echtzeit mitzuverfolgen. Die Aufzeichnung dokumentiert sowohl den Moment des Aufpralls als auch die verzweifelten Rettungsversuche der Anwesenden.
Die Behörden haben bislang keine Angaben zu möglichen Gründen für das Lösen des Kreuzes gemacht. Ob ein Materialfehler, eine mangelhafte Befestigung oder andere Umstände zu dem Unglück führten, ist offen. Die Erzdiözese kündigte an, die Angelegenheit zu prüfen, ohne Einzelheiten zu nennen. Für die katholische Gemeinschaft in Ecuador steht zunächst das Gedenken an den Verstorbenen im Vordergrund.
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