Papst Leo XIV. feiert Riesengottesdienst in Paris und betet in Lourdes
Der Papst hat am zweiten Tag seiner Frankreichreise 800.000 Menschen auf den Champs-Élysées versammelt und ist anschließend nach Lourdes gereist, wo er am Sonntag Opfer sexuellen Missbrauchs treffen will.
Papst Leo XIV. hat am zweiten Tag seiner Frankreichreise eine riesige Messe in Paris gefeiert und ist anschließend nach Lourdes weitergereist. Nach Angaben des Vatikans nahmen rund 800.000 Menschen an dem Gottesdienst teil, der auf der Place de la Concorde und den Champs-Élysées stattfand. Zuvor hatte der Papst bereits die vorherige Schätzung von 700.000 Teilnehmern nach oben korrigiert.
Der Tag begann für den Pontifex in einem Hilfszentrum für Bedürftige. Dort traf er Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, und setzte damit ein Zeichen für die soziale Verantwortung der Kirche. Anschließend wurde er entlang der Champs-Élysées von einer Menschenmenge bejubelt, bevor er die Messe auf dem zentralen Pariser Platz feierte.
Am Abend erreichte Leo XIV. Lourdes, wo er in der Grotte des Wallfahrtsortes betete. Die Grotte von Massabielle ist der Ort, an dem der Überlieferung nach Bernadette Soubirous 1858 mehrfach die Muttergottes erschienen sein soll. Für den Papst war es ein Moment des stillen Gebets an einem der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Welt.
Der Besuch in Frankreich ist der erste eines katholischen Kirchenoberhaupts seit dem Besuch von Benedikt XVI. im Jahr 2008. Die viertägige Reise führt den Papst auch nach Lourdes, wo er am Sonntag sieben Opfer sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Umfeld treffen will. Es handelt sich um eine Begegnung im kleinen Kreis mit unterschiedlichen Profilen: Männer und Frauen, die zum Zeitpunkt der Taten teils minderjährig, teils volljährig waren.
Leo XIV. hat versprochen, den Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche zu verstärken. In diesem Zusammenhang bezeichnete er die Missbrauchsfälle als eine «noch offene Wunde». Die französischen Bischöfe waren bei der Aufarbeitung des Themas lange Zeit führend, unter anderem durch die Anerkennung eines systemischen Phänomens. Opferverbände beklagen jedoch, dass es in jüngster Zeit Rückschritte gegeben habe.
Die Messe auf den Champs-Élysées und der Place de la Concorde warf auch Fragen nach der französischen Laizität auf. In Frankreich gilt eine strenge Trennung von Staat und Religion, die öffentliche religiöse Veranstaltungen im Raum des Staates besonders sensibel macht. Die Feier auf einem der bekanntesten öffentlichen Plätze der Hauptstadt war daher auch unter rechtlichen Gesichtspunkten bemerkenswert.
Für die Gläubigen in Frankreich war der Besuch des Papstes ein Ereignis von großer Bedeutung. Die Bilder der Menschenmenge auf den Champs-Élysées und die Übertragung der Messe in Lourdes zeigen, welche Anziehungskraft der Papst auch in einem stark säkularisierten Land entfaltet. Am Sonntag wird Leo XIV. in Lourdes die Opfer sexuellen Missbrauchs treffen, bevor die Reise zu Ende geht.
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