Der größte Waldbrand in der Geschichte Spaniens hat im Zentrum des Landes bereits mehr als 77.000 Hektar Land zerstört. Das Feuer, das in der Gemeinde Burgohondo in der Provinz Ávila ausgebrochen war, hat sich zum schwersten jemals registrierten Brand in Spanien entwickelt. Die Flammen haben einen rund 160 Kilometer langen Perimeter geschaffen und allein in Ávila mehr als 50.000 Hektar vernichtet. Zusammen mit den Bränden in der Region Madrid und in Toledo sind insgesamt 77.000 Hektar verbrannt, wie die Behörden mitteilten.

Trotz einer insgesamt positiven Entwicklung bleibt die Lage nach Angaben der Einsatzkräfte komplex. Besonders kritisch ist die Situation im Dorf Mijares in Ávila, wo die Feuerwehr weiterhin gegen das Fortschreiten der Flammen kämpft. Die Vizepräsidentin und Ministerin für den ökologischen Wandel, Sara Aagesen, erklärte, der Einsatz konzentriere sich darauf, den Perimeter zu festigen und erneute Ausbrüche zu verhindern. Der gesamte Brandkomplex erstreckt sich über einen Perimeter von rund 280 Kilometern. In der Sierra de Madrid wurden etwa 25.000 Hektar zerstört, in Toledo rund 2.000 Hektar. Zehntausende Menschen mussten evakuiert oder in ihren Häusern eingeschlossen werden. In zahlreichen Gemeinden gelten weiterhin Schutzmaßnahmen.

Das Königspaar Felipe VI. und Letizia besuchte am Wochenende die Notunterkunft im Sportzentrum von Villamanta, in der Evakuierte aus den betroffenen Gebieten untergebracht sind. Der König sprach mit den Bürgern und erkundigte sich nach ihrer Lage. Anschließend traf er sich mit Verantwortlichen der Militärischen Notfalleinheit (UME) und lobte die Zusammenarbeit zwischen den Behörden sowie den Einsatz der Löschkräfte. Er übermittelte den Betroffenen seine «Zuneigung und Unterstützung» und dankte den Ländern, die Hilfsmittel entsandt hatten. Zugleich forderte er die Bevölkerung auf, den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten, um die Effektivität der Maßnahmen zu gewährleisten. Der König rief dazu auf, künftig mehr in die Prävention von Waldbränden zu investieren.

Auch in der Region Castellón an der Ostküste bleibt die Lage angespannt. Der Brand in La Vall d'Uixó hat bereits mehr als 6.500 Hektar zerstört und konnte noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Über 16.000 Menschen wurden evakuiert, rund 64.000 weitere befinden sich in Sicherungsmaßnahmen. Rund 450 Einsatzkräfte und etwa 20 Luftfahrzeuge sind im Einsatz, um den Brand zu stabilisieren. Die Regierungsdelegierte in der Valencianischen Gemeinschaft, Pilar Bernabé, erklärte, dass die Ursache des Feuers «nicht natürlich zu sein scheint». Die Ermittlungen zu möglichen Brandstiftungen seien noch nicht abgeschlossen.

Der Brand in Ávila hat den bisherigen Rekord aus dem Vorjahr übertroffen, als ein Großfeuer zwischen den Provinzen Ourense, Lugo und León wütete. Die historischen Dimensionen der aktuellen Brände stellen die Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Vorsichtsmaßnahmen zu beachten und bei neuen Gefahren sofort zu handeln.