Großbritannien plant Weltraumgeschwader zum Schutz von Satelliten
Die britische Luftwaffe soll ein neues Geschwader aufstellen, das Bedrohungen im Weltraum abwehren und Satelliten schützen soll. Die genauen Kosten und der Zeitplan sind noch unklar.
Großbritannien will mit einem neuen Geschwader der Luftwaffe gegen Bedrohungen im Weltraum vorgehen. Das gab die Regierung in London bekannt. Das Geschwader soll dem Schutz von Satelliten dienen, die für zivile und militärische Kommunikation, Navigation und Aufklärung unverzichtbar sind. Damit reagiert das Vereinigte Königreich auf eine wachsende Zahl von Bedrohungen im erdnahen Orbit.
Die Royal Air Force soll die neue Einheit aufstellen. Sie wird demnach für die Überwachung und Verteidigung britischer Satelliten zuständig sein. Auch die Abwehr feindlicher Angriffe auf Weltrauminfrastruktur gehört zu den Aufgaben. Wie viele Soldaten und zivile Fachkräfte das Geschwader umfassen wird, ließ die Regierung offen. Auch der genaue Zeitplan für die Einsatzbereitschaft wurde nicht genannt.
Hintergrund ist die zunehmende militärische Nutzung des Weltraums. Satelliten sind heute für Frühwarnsysteme, Kommunikation und Navigation entscheidend. Gegnerische Staaten haben in den vergangenen Jahren mehrfach ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, Satelliten zu stören, zu blenden oder zu zerstören. Dazu zählen Cyberangriffe, Laserwaffen und sogenannte Killersatelliten. Großbritannien sieht seine Weltrauminfrastruktur dadurch zunehmend gefährdet.
Das neue Geschwader ist Teil einer breiteren britischen Weltraumstrategie. London hatte bereits angekündigt, mehr in Weltraumüberwachung und Verteidigung zu investieren. Dazu gehört auch der Aufbau eigener Startkapazitäten und die Zusammenarbeit mit Verbündeten. Die Regierung betont, dass die Einheit defensiven Zwecken dienen soll. Sie solle abschrecken und die Handlungsfähigkeit Großbritanniens im All sichern.
Die Ankündigung fällt in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen den großen Weltraummächten. Die USA, China und Russland haben in den vergangenen Jahren eigene Weltraumkommandos aufgestellt. Auch die NATO beschäftigt sich verstärkt mit der Verteidigung im All. Großbritannien will mit dem neuen Geschwader Anschluss an diese Entwicklung halten und seine Rolle als Weltraumnation stärken.
Kritiker warnen vor einer Militarisierung des Weltraums. Sie befürchten ein Wettrüsten, das die ohnehin fragile Infrastruktur im Orbit weiter gefährden könnte. Befürworter entgegnen, dass die Verteidigung eigener Satelliten notwendig sei, um Angriffe abzuschrecken. Eine internationale Vereinbarung zum Verzicht auf Weltraumwaffen gibt es bislang nicht.
Die genauen Kosten des Geschwaders sind noch unklar. Die Regierung will weitere Details in den kommenden Monaten vorlegen. Klar ist, dass Großbritannien seine Weltraumabhängigkeit verringern und gleichzeitig seine Abschreckungsfähigkeit ausbauen will. Das neue Geschwader ist ein Schritt in diese Richtung.
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