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Wadephul trifft Lawrow erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges

Am Rande der UN-Generaldebatte in New York sind der deutsche Außenminister Johann Wadephul und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zusammengekommen. Das rund 20-minütige Gespräch brachte offenbar keine Annäherung.

Wadephul trifft Lawrow erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges
Putin zu G20 eingeladen: Will er Trump wirklich brüskieren?

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow sind am Rande der UN-Generaldebatte in New York erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu einem bilateralen Gespräch zusammengekommen. Das Treffen dauerte rund 20 Minuten und fand am Samstagmorgen statt. Es war die erste Begegnung auf dieser Ebene seit Januar 2022, also seit der Zeit vor der russischen Vollinvasion in die Ukraine.

Aus Kreisen der deutschen Delegation verlautete, Wadephul habe Lawrow aufgefordert, den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen. Eine Annäherung gelang offenbar nicht. Lawrow beklagte im Nachgang, Deutschland habe das Treffen am Vortag in letzter Minute angefragt. Er bezeichnete das Gespräch als überflüssig und ätzte, es sei nicht notwendig gewesen.

Die Begegnung fällt in eine Phase erhöhter Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Erst kurz zuvor hatte Lawrow im UN-Sicherheitsrat selbst eine Feuerpause für die Ukraine abgelehnt. Zugleich warnen mehrere NATO-Staaten in Mittel- und Osteuropa davor, dass Russland in den kommenden Monaten einen Schlag gegen ein NATO-Land in Betracht ziehen könnte. Berichte über eine neue Mobilmachung in Russland, um zusätzliche Soldaten in die Ukraine zu schicken, verstärken diese Sorge.

Parallel zu dem Treffen in New York sorgte eine Einladung der US-Regierung an den russischen Präsidenten Wladimir Putin für Aufmerksamkeit. US-Außenminister Marco Rubio hatte am Mittwoch verkündet, die USA hätten Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen und hofften auf eine Zusage. Es wäre Putins erste Teilnahme an einem G20-Gipfel seit 2019. Der Gipfel findet in einem Golfhotel in Miami statt, das Trump gehört und seinen Namen trägt.

Die Einladung wird als Test für Putin gewertet. Wenn der russische Präsident tatsächlich an einem Frieden in der Ukraine interessiert wäre, müsste er die Einladung annehmen. Lehnt er ab, würde er US-Präsident Donald Trump brüskieren. Eine Ablehnung könnte Trump zu der Einsicht bringen, dass Putin nur dann einlenkt, wenn die USA die Ukraine militärisch stärker unterstützen. Zuletzt hatte Trump der Ukraine den eigenen Bau von Patriot-Raketen erlaubt und neue Russland-Sanktionen in Kraft gesetzt.

Bislang hat Putin die Einladung nicht angenommen. Vermutlich wird er in den kommenden Wochen einen Vorwand finden, um nicht zu erscheinen, da er weiterhin seine Maximalziele verfolgt: Das Militär soll so viel von der Ukraine erobern wie möglich. Wer so denkt, kann in Friedensverhandlungen kaum etwas anbieten. Ob Trump auf eine Absage mit mehr Unterstützung für die Ukraine reagiert, ist offen. Im schlechtesten Fall würde Putin erneut beweisen, dass Friedensverhandlungen mit ihm sinnlos bleiben.

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Katharina Neumann

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