Kalenderblatt: Erdbeben in Italien, Unabhängigkeit der Ukraine und Maueropfer am 24. August
Der 24. August ist ein Tag historischer Wendepunkte: 2016 starben bei einem Erdbeben in Mittelitalien fast 300 Menschen, 1991 erklärte die Ukraine ihre Unabhängigkeit, und 1961 wurde Günter Litfin als erstes Maueropfer erschossen.
Der 24. August ist in die Geschichte eingegangen: Im Jahr 2016 erschütterte ein schweres Erdbeben der Stärke 6,2 den Norden der italienischen Provinz Rieti. Bei der Katastrophe kamen 299 Menschen ums Leben, mehr als 3.000 wurden obdachlos. Besonders hart traf es die Ortschaft Amatrice, die nahezu vollständig zerstört wurde. Das Beben jährt sich 2026 zum zehnten Mal und gilt als eines der verheerendsten in der jüngeren Geschichte Italiens.
Am selben Tag im Jahr 1991 rief das Parlament der Ukraine die staatliche Unabhängigkeit der bisherigen Sowjetrepublik aus. Dieser Schritt war ein entscheidender Moment im Zerfallsprozess der Sowjetunion und legte den Grundstein für den heutigen souveränen Staat Ukraine. Die Unabhängigkeitserklärung wird in dem Land bis heute als nationaler Feiertag begangen.
Der 24. August 1961 steht für ein dunkles Kapitel der deutschen Teilung: Elf Tage nach dem Beginn des Mauerbaus in Berlin wurde der 24-jährige Günter Litfin von DDR-Bahnpolizisten im Humboldthafen getötet, als er in den Westen schwimmen wollte. Er war der erste Flüchtling, der an der Mauer erschossen wurde. Sein Tod markierte den Anfang einer langen Reihe von Todesfällen an der innerdeutschen Grenze.
Bereits im Jahr 1941 endete an diesem Datum die sogenannte „Aktion T4“. Nach zunehmendem Widerstand aus der Bevölkerung und aus den Kirchen ließ Adolf Hitler das Programm beenden, hinter dem sich der organisierte Massenmord an behinderten Menschen verbarg. Auch nach dem offiziellen Ende der Aktion starben noch über 30.000 Behinderte in geheim weitergeführten Tötungsaktionen. Die Erinnerung an diese Verbrechen ist Teil der deutschen Gedenkkultur.
Der 24. August ist auch mit persönlichen Schicksalen verbunden: Im Jahr 2006 kam der gebürtige Bremer Murat Kurnaz nach mehr als viereinhalb Jahren im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba wieder frei. Dem türkischen Staatsbürger konnte auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland eine Zusammenarbeit mit dem Terrornetzwerk El Kaida nicht nachgewiesen werden. Sein Fall sorgte international für Debatten über die Behandlung von Gefangenen im „Krieg gegen den Terror“.
An diesem Tag wurden zudem mehrere bekannte Persönlichkeiten geboren. Der deutsche Musiker und Moderator Werner Schmidbauer, bekannt durch die Sendung „Live aus dem Alabama“, feiert 2026 seinen 65. Geburtstag. Die Fernsehjournalistin Nina Ruge, die lange Zeit das ZDF-„heute journal“ und das Magazin „Leute heute“ moderierte, wird 70. Der Handballer Frank-Michael Wahl, der zahlreiche Spiele für die Nationalmannschaft der DDR und ab 1990 für die Bundesrepublik bestritt, vollendet ebenfalls sein 70. Lebensjahr. Der legendäre Berliner Theaterkritiker Friedrich Luft, geboren 1911, starb 1990.
Der 24. August ist außerdem der Todestag von Walter Scheel, der von 1974 bis 1979 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland war. Zuvor amtierte der FDP-Politiker von 1969 bis 1974 als Bundesaußenminister und Vizekanzler. Scheel, geboren 1919, prägte die bundesdeutsche Außenpolitik in der Zeit der Ostverträge maßgeblich mit. Sein Todestag jährt sich 2026 zum zehnten Mal.
