UN-Gesandter warnt vor Eskalation im Jemen und mahnt Schutz des Seerechts an
UN-Sondergesandter Hans Grundberg beschreibt, wie nah die Konfliktparteien im Jemen einst einem Frieden kamen, und warum die Aussichten inzwischen wieder düster sind.
Im Jemen deutet vieles auf eine Eskalation hin. UN-Sondergesandter Hans Grundberg hat die Lage im Gespräch mit dem SPIEGEL beschrieben und dabei betont, dass die internationale Gemeinschaft das internationale Seerecht entschlossen verteidigen müsse. Der Diplomat erklärt, wie nah die beiden Konfliktparteien einst einem Frieden gekommen waren und wie die Aussichten heute aussehen.
Grundberg verweist darauf, dass es in früheren Phasen des Konflikts Verhandlungsspielräume gab, die inzwischen weitgehend verschwunden sind. Die Lage habe sich verschärft, und die Signale, die aus dem Land kommen, sprächen eher für eine Zuspitzung als für eine Annäherung. Eine Rückkehr zu einem tragfähigen politischen Prozess sei derzeit nicht absehbar.
Besondere Aufmerksamkeit richtet der Sondergesandte auf die Sicherheit der Seewege vor der jemenitischen Küste. Der Schutz der Handelsschifffahrt und die Einhaltung des Völkerrechts auf See seien nicht allein eine regionale Angelegenheit, sondern beträfen die Stabilität des internationalen Handels insgesamt. Deshalb, so Grundberg, sei es unerlässlich, dass die großen Mächte hier klar Position beziehen.
Der Konflikt im Jemen, der seit Jahren Millionen Menschen in eine humanitäre Notlage gestürzt hat, bleibt damit auf der internationalen Agenda weit oben. Die Warnung des UN-Vermittlers macht deutlich, dass diplomatische Fortschritte, die einmal erreichbar schienen, nicht ohne weiteres wieder herzustellen sind.
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