Der Folk-Pop-Musiker Noah Kahan und sein Co-Autor Noah Levine haben das Weiße Haus aufgefordert, die Verwendung ihres Songs „American Cars“ umgehend einzustellen. Hintergrund ist ein von Präsident Donald Trump auf seinem offiziellen Social-Media-Kanal veröffentlichtes Video, das einen Rundgang durch eine Testeinrichtung von General Motors in Michigan zeigt und mit dem Lied unterlegt war. Mehrere Nutzer hatten Kahan in den Kommentaren markiert, woraufhin der Grammy-nominierte Künstler direkt reagierte.

„Ich würde niemals zustimmen, dass meine Musik zur Unterstützung von Ihnen oder dieser Administration verwendet wird“, schrieb Kahan in einem Kommentar, wie das Branchenmagazin Variety berichtete. Levine äußerte sich deutlicher und bediente sich drastischer Worte: „Du fette …, dieser Song ist nicht für dich.“ Die Posts stießen auf breite Resonanz und reihen sich in eine Reihe ähnlicher Vorfälle ein, bei denen Künstler die Nutzung ihrer Werke durch die Trump-Regierung kritisierten.

Erst im Dezember 2025 hatte Popstar Sabrina Carpenter die Administration scharf attackiert, nachdem ihr Lied „Juno“ in einem Video über Festnahmen von Migranten durch die Einwanderungsbehörde ICE verwendet worden war. Carpenter nannte den Beitrag „böse und widerwärtig“. Auch Olivia Rodrigo geriet mit dem Weißen Haus aneinander, als ihr Song „All-American B****“ für ein Video genutzt wurde, das illegale Einwanderer zur freiwilligen Ausreise aufforderte. Rodrigo schrieb auf Instagram: „Verwendet nie meine Lieder für eure rassistische, hassgefüllte Propaganda.“ Das Video wurde später ohne die Musik neu veröffentlicht. Das Heimatschutzministerium hatte zuvor erklärt, man sei „Amerika dankbar für die Bundespolizisten, die uns schützen“ und schlug vor, Rodrigo solle ihnen danken statt sie herabzuwürdigen.

Katy Perry wiederum distanzierte sich von der Nutzung ihres Hits „Firework“ in einem Video über Militärschläge und betonte, sie habe dies nicht genehmigt. Die Liste der Künstler, die sich gegen die politische Vereinnahmung ihrer Musik wehren, wird damit länger. Paul McCartney hatte zuvor geäußert, dass die Beatles-Klassiker in Trumps Amerika die Menschen trotz politischer Spaltung verbinden sollten – eine Aussage, die ebenfalls als Kritik an der polarisierenden Nutzung von Musik gedeutet wurde.

Kahan selbst hielt sich bislang weitgehend aus nationalen politischen Auseinandersetzungen heraus und konzentrierte sich stattdessen auf das Engagement für psychische Gesundheit. Er gründete das „Busyhead Project“, eine gemeinnützige Organisation, die laut eigener Beschreibung das Stigma um psychische Erkrankungen beenden und den Zugang zu Hilfsangeboten verbessern will. Der republikanische Gouverneur von Vermont, Phil Scott, würdigte Kahans Einsatz, indem er den 19. September zum „Noah Kahan’s Busyhead Project Day“ erklärte.

Eine Anfrage von Fox News Digital an das Weiße Haus, Kahan und Levine blieb zunächst unbeantwortet. Kahan und Levine schließen sich damit einer wachsenden Zahl von Musikern an, die ihre Werke nicht für politische Zwecke nutzen lassen wollen. Die Kontroverse verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Selbstverständnis und politischer Instrumentalisierung populärer Musik. Während Künstler wie Kahan auf ihrem Urheberrecht und ihrer Botschaft beharren, nutzt die Regierung weiterhin popkulturelle Elemente zur Kommunikation – mit zunehmendem Widerstand.