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Pentagon entlässt Führung der US-Militärzeitung «Stars and Stripes»

Das US-Verteidigungsministerium hat Chefredakteur, Herausgeber und eine Korrespondentin der Militärzeitung «Stars and Stripes» entlassen. Der scheidende Chefredakteur spricht von «fehlendem Gehorsam» als Vorwurf und pocht auf redaktionelle Unabhängigkeit.

Pentagon entlässt Führung der US-Militärzeitung «Stars and Stripes»
Medien - Pentagon feuert Leitung der US-Militärzeitung "Stars and Stripes" - entlassener Chefredakteur pocht auf redaktionelle Unabhängigkeit

Das US-Verteidigungsministerium hat die Führungsebene der Militärzeitung «Stars and Stripes» ausgewechselt. Wie die Zeitung auf ihrer Website mitteilte, wurden Chefredakteur Erik Slavin, Herausgeber Max Lederer und die Nahost-Korrespondentin Lara Korte entlassen, die von Deutschland aus arbeitet. Der Schritt erfolgte offenbar ohne vorherige öffentliche Ankündigung und wirft Fragen zum Verhältnis zwischen Militärführung und Pressefreiheit auf.

Dem scheidenden Chefredakteur zufolge wurde ihm «fehlender Gehorsam» vorgeworfen. Slavin pocht nach seiner Entlassung auf die redaktionelle Unabhängigkeit der Publikation, die seit Jahrzehnten US-Soldaten im In- und Ausland mit Nachrichten versorgt. Die Zeitung, deren Wurzeln bis in den amerikanischen Bürgerkrieg zurückreichen, gilt als wichtige Informationsquelle für Angehörige der Streitkräfte und ihre Familien. Die genauen Umstände der Entlassung blieben zunächst unklar; das Pentagon äußerte sich auf Anfragen nicht näher zu den Gründen.

«Stars and Stripes» erscheint als unabhängige Militärzeitung, finanziert sich jedoch teilweise über Abonnements und Werbung, während sie redaktionell dem Verteidigungsministerium zugeordnet ist. Diese Doppelrolle hat in der Vergangenheit wiederholt Spannungen erzeugt. Kritiker sehen in der Entlassung der Führungsriege einen Eingriff in die Pressefreiheit, während Befürworter auf die Notwendigkeit verweisen, dass Militärpublikationen mit der Linie des Verteidigungsministeriums übereinstimmen sollten. Die betroffenen Journalisten haben bislang keine weitere Stellungnahme abgegeben.

Die Entlassung fällt in eine Zeit, in der die Beziehungen zwischen Medien und Regierung in den USA zunehmend angespannt sind. Die Militärzeitung hat in den vergangenen Jahren wiederholt kritisch über Militärpolitik berichtet, darunter über Truppenstationierungen und Einsatzbedingungen. Die Redaktion in Deutschland, von wo aus Korte über den Nahen Osten berichtete, gilt als zentral für die Auslandsberichterstattung der Publikation. Ob die entlassenen Positionen neu besetzt werden, ist nicht bekannt.

Beobachter werten den Schritt als Signal an andere Militärjournalisten, sich stärker an offiziellen Vorgaben zu orientieren. Die Zeitung selbst betonte in ihrer Mitteilung, sie werde ihre Berichterstattung fortsetzen. Die Zukunft der Publikation bleibt jedoch ungewiss, da die personelle Neuaufstellung auch Auswirkungen auf die redaktionelle Linie haben könnte. Der Fall dürfte die Debatte über die Unabhängigkeit von Medien, die im Auftrag staatlicher Institutionen arbeiten, weiter anheizen.

Katharina Neumann

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Breaking News Editor

Katharina Neumann covers public affairs, politics, business, culture and daily news for Hochland. The role focuses on verification, context, and clear explanations for readers.