Mehrere großflächige Waldbrände halten die spanischen Rettungsdienste weiterhin in höchster Alarmbereitschaft. Die Feuerwehr kämpft an mehreren Fronten, insbesondere in der Autonomen Gemeinschaft Madrid, in Ávila, Toledo und Castellón. Der am Sonntag in der Sierra Oeste von Madrid ausgebrochene Brand ist weiterhin aktiv, der Schwerpunkt der Löscharbeiten liegt derzeit am Stausee San Juan. Die Behörden warnen vor einer Verschärfung der Lage aufgrund von Windböen bis zu 30 Kilometern pro Stunde.
Die Situation im benachbarten Ávila ist besonders dramatisch. Der dortige Brand, der bereits am vergangenen Mittwoch in Burgohondo entzündet wurde, hat nach offiziellen Angaben mittlerweile rund 40.000 Menschen zur Flucht gezwungen. 16 Gemeinden sind von Evakuierungen betroffen, der Brand weist einen Umfang von 160 Kilometern auf. Die Behörden sehen eine leichte Besserung, doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Die Feuerwehr Madrids ist mit rund 300 Einsatzkräften im Einsatz, um den Brand an der Grenze zur Nachbarregion einzudämmen.
Nach Angaben der Regionalregierung von Madrid sinkt zwar die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Feuers während der Nachtstunden, eine vollständige Stabilisierung des Brandes hat die Feuerwehr jedoch noch nicht erreicht. Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Isabel Díaz Ayuso, dankte den Einsatzkräften ausdrücklich und betonte: «300 Feuerwehrleute der Gemeinschaft Madrid kämpfen weiterhin darum, den Brand in der Sierra Oeste zu stabilisieren. Die Feuerzungen des Brandes in Ávila verschärfen die Situation am Stausee San Juan, wo die Einsatzkräfte ihr Leben riskieren.»
Die Auswirkungen der Brände sind weit über die unmittelbaren Brandgebiete hinaus spürbar. In der Region Kastilien-La Mancha wurden erhöhte Feinstaubwerte in der Luft gemessen, bedingt durch die Rauchwolke der Feuer in Ávila und Madrid. Die Generaldirektion für Umweltqualität der Regionalregierung rief die Bevölkerung zu erhöhter Vorsicht auf. Auch der Verkehr ist massiv beeinträchtigt: Die spanische Verkehrsbehörde DGT meldet insgesamt 43 gesperrte Nebenstraßen, vor allem in den Brandgebieten. Zudem ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid-Barcelona bei Tarragona unterbrochen, da ein nahegelegenes Feuer die Infrastruktur bedroht. Die Züge auf den Regionalstrecken R13 bis R17 verzeichnen Verspätungen von über 30 Minuten.
Der Brand in Vall de Uxó (Castellón) an der Mittelmeerküste geht in seinen dritten Tag. Seit Beginn am Samstagvormittag hat das Feuer rund 6.500 Hektar Land vernichtet und einen Umfang von 48 Kilometern erreicht. Die Einsatzkräfte arbeiten unter Hochdruck an der Eindämmung, während die Trockenheit und die starken Winde die Situation erschweren.
Vor dem Hintergrund der verheerenden Brände hat der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Montag die Schaffung eines landesweiten Netzes von Klimaschutzzentren vorgestellt. Bei der Präsentation im Ministerium für den ökologischen Wandel bekräftigte Sánchez seine Forderung nach einem Staatsvertrag zur Klimanotlage: «Ich werde nicht müde werden, die anderen politischen Kräfte und die Sozialpartner immer wieder aufzufordern, sich diesem Pakt anzuschließen, denn dies ist eine nationale Priorität.» Die Feuer und ihre verheerenden Folgen unterstreichen nach Ansicht von Experten die fortschreitende Klimakrise und die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen.
